Die Würde des Menschen.
Prolog

von Sabrina Lange

I

ch freue mich sehr, am heutigen Tage dem Bundespräsidenten zu folgen und diesen Ehrentag wirklich bewusst zu erleben.

Zu helfen. Für andere da zu sein. Aber auch an mich selbst zu glauben und an die Möglichkeiten, die wir in diesem Land haben — in einem Land mit einem so wertvollen Grundgesetz.

Ein Leben in Freiheit leben zu dürfen, ist nicht selbstverständlich.

Den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier schätze ich sehr und habe ihn in mein Herz geschlossen — wegen seiner natürlichen Ehrlichkeit, seiner Empathie, seiner Ethik, aber vor allem auch wegen seines Humors und seines echten Interesses an den Menschen in unserem Land.

Es war wirklich schön, diese erste Begegnung erleben zu dürfen und zu wissen, dass dieser Mensch, der das höchste Amt Deutschlands trägt, ganz Mensch geblieben ist.

Dass er sich auf das besinnt, was wirklich wichtig ist:

Authentisch zu sein.
Nahbar zu bleiben.
Zuzuhören.

Sein Humor ist erfrischend.

Seine Philosophie bewegt Menschen.

Dankeschön, Herr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Ich freue mich über diesen Moment, über unsere Gespräche und darüber, dass Sie für Deutschland da sind.

Schön, dass es Sie gibt.

Manchmal vergessen wir, wie schön dieser Gedanke eigentlich ist,
dass ein Land nach all dem Schmerz gesagt hat:

Nicht Macht zuerst.
Nicht Stärke zuerst.
Nicht Geld zuerst.

Der Mensch zuerst.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Was für ein Satz.

Nicht kalt geschrieben.
Sondern wie eine Erinnerung daran, wie wir miteinander sein könnten.

Blick mir in die Augen.
Nicht auf mein Konto.
Nicht auf meinen Status.
Nicht auf meine Fehler.

Sieh mich wirklich.
Erkenne meine Seele.

Und vielleicht beginnt genau dort Demokratie.

Nicht nur in Parlamenten.
Sondern zwischen Menschen.

In Respekt.
In Zuhören.
In Vertrauen.
In Mitgefühl.
In Güte.
In Nächstenliebe.

In diesem leisen Gefühl von:
„Du bist nicht allein.“

Einer für alle.
Alle für einen.

Fast naiv heutzutage.

Und vielleicht gerade deshalb so wertvoll.

Denn die Welt macht Menschen oft hart.

Schnell.
Misstrauisch.
Ellenbogen raus und bloß keine Schwäche zeigen.

Aber das Grundgesetz erinnert uns an etwas anderes:

Dass Menschlichkeit keine Schwäche ist.
Dass Nähe nichts Peinliches ist.
Dass Ethik nicht altmodisch ist.

Und dass Nächstenliebe nichts für naive Träumer ist.

Sondern vielleicht genau das,
was eine Gesellschaft zusammenhält.

Denn hinter jedem Gesicht lebt eine Seele,
die gesehen werden möchte.

Und vielleicht gilt das nicht nur für Menschen.
Sondern für jedes Leben auf dieser Erde.

Für jedes Tier.
Für jedes fühlende Wesen.
Für alles, was lebt, fühlt und lieben kann.

Denn Freiheit wird erst wirklich schön,
wenn sie von Respekt begleitet wird.

Heute dürfen wir das Leben feiern.

Die Liebe.
Die Freiheit.
Unser schönes Land und die Menschen, die darin leben.

Nicht perfekt.
Aber menschlich.

Und vielleicht sollten wir uns jeden Tag daran erinnern,
wie kostbar Frieden, Würde und Menschlichkeit wirklich sind.

Denn sie machen uns nicht nur frei.

Sie machen uns zu dem,
was wir im besten Fall sein können:

Menschen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“